Tipps

 

  

Tipps für weniger Plastik

Der Landkreis Pfaffenhofen unterstützt die Initiative der Plastikfrei Community Pfaffenhofen, Bürgerinnen und Bürger bei der Vermeidung von unnötigem Plastik im Alltag zu unterstützen. Viele Anregungen und alltagstaugliche Tipps gibt hierzu eine Artikelreihe, die die Fachstelle Energie und Klimaschutz des Landratsamtes zusammen mit Patricia Kufer regelmäßig herausgibt. 

 

 

 

Eine Plastikflasche zersetzt sich erst in 450 Jahren… Das Thema Plastik und damit die Verschmutzung der Umwelt, insbesondere der Meere, ist in aller Munde. Dabei wäre es so einfach: Wenn jeder Verbraucher selbstkritisch die Verwendung von Plastik individuell verringern würde, könnte man schnell die Mengen senken. „Plastikvermeidung steht hoch im Kurs. 

So ist es oft im täglichen Leben: Mal schnell den Schokoriegel an der Kasse mitgenommen, die Milch im Tetrapak gekauft und sich für die Mittagspause für frisch geschnittene Früchte und den fertig gemixten Salat im Becher samt Plastikbesteck vom Supermarkt entschieden. Und schon wieder vermehrt sich der Plastikberg. „Das schlechte Gewissen ist immer mit dabei, denn wir wissen, mit unserem Plastikverbrauch kann es so nicht weitergehen“, betont Doris Rottler von der Fachstelle Energie und Klimaschutz des Landratsamts. „Seit 1950 das erste Plastik auf den Markt kam, hat es seinen Siegeszug um die Welt angetreten. Wurden damals 1,5 Mio. Tonnen Kunststoffe pro Jahr hergestellt, sind es nun über 300 Mio. Tonnen pro Jahr bei steigender Tendenz“, so die Expertin. Das vielfältige und langlebige Material lasse sich für Verpackungen, Möbel, Spielzeug und sogar Kleidung einsetzen. 37 Kilo Plastikmüll produziert laut einer Studie des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft im Durchschnitt jeder Mitbürger jährlich. Allein in den vergangenen zehn Jahren stieg der Pro-Kopf-Verbrauch an Plastik um knapp 30 Prozent. Doris Rottler: „Nur knapp die Hälfte des Plastiks wird recycelt. Der Rest wird thermisch verwertet, deponiert oder landet als Abfall in der Umwelt und im Meer.“ Dort macht sich die Kehrseite der Langlebigkeit bemerkbar: Beispielsweise 450 Jahre braucht eine Plastikflasche, bis sie sich in der Umwelt in kleinste Partikel zersetzt hat. Diese gelangen über die Nahrungskette in Pflanzen, Tiere und Menschen. Und nicht nur das: So genannte Additiva, wie Bisphenol A, Phtalate oder Flammschutzmittel und Farbstoffe, die den Kunststoffen beigesetzt werden, stehen in Verdacht, krebsbildend und/oder hormonell auf den menschlichen Organismus zu wirken.

Familie Kufer aus Pfaffenhofen spielt bei dieser Entwicklung nicht mehr mit. Vor knapp fünf Jahren hat sie den Schlussstrich gezogen und lebt seitdem praktisch plastikfrei. Ausschlaggebend war eine Fernsehdokumentation: „Im Film wurde eine Familie portraitiert, bei der man Bisphenol A im Blut nachweisen konnte. Vier Wochen hat diese Familie auf Plastik verzichtet und danach konnte man feststellen, dass auch die Bisphenol A-Konzentration im Blut geringer war“, erzählt Patricia Kufer. Nach und nach hat sie daher den Familienhaushalt auf plastikfreie Alternativen umgestellt. Der Anfang war mit Trinkflaschen und Behältnissen für Lebensmittel schnell gemacht. „Putzen, einkaufen, waschen – anfangs war das mit einigen Herausforderungen verbunden. Zentral war die Frage: Wo bekomme ich was? Zum ersten Mal zum Metzger zu gehen und sich die Wurst direkt in die mitgebrachte Dose legen zu lassen, das hat schon Überwindung gekostet.“

Was anfangs ein Experiment war, ist heute gelebter Alltag. Und der hat sich in der Familie mittlerweile eingespielt. Zahnbürsten aus Holz, Gefäße aus Glas und selbstgemachte Kosmetika haben den Einzug in den Haushalt gehalten. Ein Riesenaufwand? „Einstellungssache“, meint Patricia Kufer, die mit ihrer Familie 2017 den städtischen Klimaschutzpreis gewonnen hat. „Wir leben plastikfrei aus Überzeugung, ohne uns einzuschränken. Wir transportieren Milch, Joghurt, Sahne in Pfandgläsern sowie Käse und Wurst in mitgebrachten Behältern. Oliven und Antipasti zum Beispiel gibt´s nur aus eigenen Dosen. Der Wocheneinkauf funktioniert ohne Verpackungen und man hat ein gutes Gefühl dabei. Und wenn man die vollen Mülltonnen der Nachbarn sieht und dann unsere, in der kaum etwas drin ist, macht uns das schon ein wenig stolz“.

 

„Einfach den Anfang machen“, rät Patricia Kufer allen Menschen, die künftig auf (noch mehr) Plastik verzichten möchten. „Nicht mit dem schwierigsten beginnen oder gleich alles wollen, sondern überlegen, wo kann ich ganz einfach auf Plastik verzichten. „Die Ratschläge werden gut umsetzbar sein“, verspricht Doris Rottler

 

 

 

  

Plastikfreier Einkauf

Der Landkreis Pfaffenhofen unterstützt die Initiative der Plastikfrei Community Pfaffenhofen, Bürgerinnen und Bürger bei der Vermeidung von unnötigem Plastik im Alltag zu unterstützen. Viele Anregungen und alltagstaugliche Tipps gibt hierzu eine Artikelreihe, die die Fachstelle Energie und Klimaschutz des Landratsamtes zusammen mit Patricia Kufer regelmäßig herausgibt. 

 

 

 

„Plastikfrei einkaufen ist anfangs schwierig, bis man weiß, wo man was bekommt. Auf manche Dinge verzichtet unsere Familie, da man sie nicht ohne Plastikverpackung kaufen kann, wie z.B. Fertiggerichte oder verschiedene Süßigkeiten“, so Patricia Kufer. Obst und Gemüse kauft Familie Kufer mit einem mitgebrachten Korb auf dem Wochenmarkt ohne Verpackung. Im Supermarkt kann man das Obst und Gemüse wiegen, in den mitgebrachten Korb legen und die Etiketten an der Kasse vorzeigen. Nudeln und Reis gibt es auch in Kartonverpackungen. Mittlerweile findet man auch in Pfaffenhofen UnverpacktSpender mit verschiedenen Lebensmitteln wie Nudeln, Getreide, Nüssen usw. Man bringt ein Gefäß oder einen Stoffbeutel mit, wiegt und befüllt es. An der Kasse wird nur der Inhalt abgerechnet. Gewürze und Tees gibt es auch in Kartons und Folien aus Cellulose. Das steht in der Regel beim Kleingedruckten auf dem Produkt. Patricia Kufer: „In einigen Läden lächeln die Verkäufer schon, wenn sie mich mit meinen Gefäßen kommen sehen. Wenn ein neuer Mitarbeiter mich und meine Dosen noch nicht kennt, stehen ihm erstmal viele Fragezeichen ins Gesicht geschrieben. Aber meistens ist es kein Problem. Sie werden sehen – die Verkäufer und Sie gewöhnen sich daran!

Am wichtigsten ist, dass man, wenn man etwas darauf achtet, den Verpackungsberg deutlich reduzieren kann.“ Der Verpackungsverbrauch privater Endverbraucher steigt laut Umweltbundesamt kontinuierlich an und erreichte 2015 mit über 8,46 Mio. Tonnen einen (vorläufigen) Höchststand. Plastik hat einen großen Anteil daran. 25 Kilogramm Plastik-Verpackungsmüll produziert jeder Bundesbürger jährlich. Ursächlich sind Veränderungen im Verbraucherverhalten, die ein steigendes Aufkommen von Kunststoffflaschen, -kleinverpackungen, Serviceverpackungen für den Sofortverzehr, Verpackungen von Convenience-Produkten etc. zur Folge haben.

 

Und hier noch ein RezeptTipp für ein Müsli.

Dessen Verpackung besteht ja auf den ersten Blick aus Papier – innen findet sich aber dann doch Plastik.

Knuspermüsli

300g Haferflocken (evtl. gemischt mit anderen Getreidesorten wie Gerste, Dinkel, Roggen, Emmer)

2 EL Leinsamen

2 EL Butter

4 EL Honig

nach Belieben gehackte Nüsse und Trockenfrüchte wie Rosinen

  • Butter in einer Pfanne schmelzen und die Haferflocken darin rösten.
  • Den Leinsamen und den Honig dazugeben und weiter rösten, bis es duftet.
  • Auf einem Backblech auskühlen lassen, zerbröseln und nach Belieben gehackte Nüsse und Trockenfrüchte dazu geben.
  • In den kalten Monaten gebe ich gerne mal etwas Zimt zu meiner Müslimischung. Vanillemark aus der Schote schmeckt auch wunderbar dazu. 

 

 

 

 

  

Plastikfreier Kühlschrank

Der Landkreis Pfaffenhofen unterstützt die Initiative der Plastikfrei Community Pfaffenhofen, Bürgerinnen und Bürger bei der Vermeidung von unnötigem Plastik im Alltag zu unterstützen. Viele Anregungen und alltagstaugliche Tipps gibt hierzu eine Artikelreihe, die die Fachstelle Energie und Klimaschutz des Landratsamtes zusammen mit Patricia Kufer regelmäßig herausgibt. 

 

 

 

 

 

 

Plastikfreie Küche - Geht nicht? „Stimmt, aber eine sehr plastikreduzierte Küche kann man mit ein bisschen Planung und einer Änderung der Einkaufsgewohnheiten durchaus erreichen. Denn Sie müssen nicht zu den 37,4 kg Plastikverpackungen, die pro Kopf jährlich in Deutschland anfallen, beitragen“, so Patricia Kufer. Nachdem das Thema Küche sehr komplex ist, geht es heute nur um das Thema „fast“ plastikfreier Kühlschrank. Im Kühlschrank eines normalen Haushaltes finden sich in Plastik abgepackter Käse und Wurst, Ketchup in der Plastikflasche, Weintrauben in der Plastikschachtel, Milch im Tetrapak, Joghurt im Plastikbecher und noch mehr. Plastik wohin man schaut …

Patricia Kufer: „Unser Kühlschrank sieht etwas anders aus. Hier meine Einkaufstipps für einen plastikreduzierten Kühlschrank:

  • Käse und Wurst sowie Fleisch kaufen wir beim Metzger, an der Frischetheke oder beim Käsestand am Wochenmarkt mit unseren mitgebrachten Behältern. Ohne jede Sorte einzeln in Plastikpapier einzuwickeln – die Wurstsorten tun sich gegenseitig nichts.
  • Milch, Sahne und Joghurt gibt es in Pfandgläsern.
  • Obst und Gemüse kaufen wir auf dem Wochenmarkt komplett ohne Verpackung. Der mitgebrachte Korb wird gerne mit allem bestückt: Die schweren Sachen einfach unten rein und oben drauf kommt der Feldsalat - ohne Plastik- oder Papiertüte.
  • Ketchup gibt es auch in Glasflaschen, die, wenn sie leer sind, eine schöne Vase abgeben oder eine prima Verpackung für einen selbst angesetzten Holunderblütenessig sind.
  • Senf gibt es auch im Glas, welches danach als Trinkglas genutzt werden kann.
  • Creme Fraiche, Quark oder Frischkäse sucht man vergeblich in alternativen Verpackungen. Hier mein Rezept-Tipp für einen adäquaten Ersatz:       500g Natur-Joghurt aus dem Pfandglas in ein Sieb geben, welches mit einem Baumwolltuch ausgelegt wurde und über Nacht im Kühlschrank abtropfen lassen. Der Joghurt wird zu einer festen Creme, die ich als Ersatz für viele Molkereiprodukte verwende.

             Die übrig gebliebene Molke schmeckt wunderbar mit einem Saft – ein wahrer Energietrunk.“

 

 

 

 

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